Unsere Fachtagung Educa26 am 26. August 2026 gilt der Frage, was es bedeutet, Schule mit EdTech zu entwickeln. Begleitend dazu haben wir unser neues Dossier «Schule mit EdTech entwickeln» eröffnet, um einen ersten Überblick zum vielfältigen Themenfeld zu geben. Der nun veröffentlichte erste Text beleuchtet eine Facette, die in der ausgeprägten Dynamik der Bildungstechnologien oft zu kurz kommt: Welche Rolle spielt eigentlich das Individuum?
Digitale Werkzeuge und smarte Lernplattformen gehören heute zur Selbstverständlichkeit an unseren Schulen. Entwickler von EdTech verändern – bewusst oder unbewusst – nicht nur die Zusammenarbeit, sondern etablieren neue Rahmenbedingungen für das Schulwesen. Die Vorteile sind bekannt. Der Zugang zu Bildung wird breiter und gerechter. Lernende profitieren von Systemen, die sich ihrem eigenen Tempo anpassen. Lehrpersonen können administrative Aufgaben abgeben. Doch alle beteiligten Personen erzeugen laufend Daten über ihr Lernen und Arbeiten. Sie verfügen aber in der Regel nur sehr begrenzt über die tatsächliche Nutzung dieser Daten. Es entsteht ein deutliches Ungleichgewicht.
Dieser erste Text setzt exakt hier an und entwirrt zwei oft vermischte Konzepte. Es geht einerseits um die hoheitliche bzw. institutionelle digitale Souveränität und andererseits um die individuelle digitale Selbstbestimmung. Wir stellen den Menschen bewusst in den Fokus. Bildung soll junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung fördern und sicherstellen, dass sie nicht anhand von Daten und Algorithmen in vorurteilbehaftete Raster gedrängt werden. Für die Lernenden bedeutet digitale Selbstbestimmung, dass sie ein klares Verständnis für die genutzten Systeme entwickeln und einschätzen können, welche Spuren sie im Netz hinterlassen und welche Konsequenzen sich hieraus ergeben.
Auch Lehrpersonen befinden sich in einem Spannungsfeld. Wenn eine datengetrieben Lösung konkrete Empfehlungen für die individuelle Förderung eines Lernenden abgibt, kann das entlasten. Es birgt aber die Gefahr, dass das eigene professionelle Urteil schleichend durch Technologie beeinflusst oder gar erodiert wird.
Damit Menschen im Schulalltag wirklich selbstbestimmt agieren können, braucht es die Schule als souveräne Institution im Hintergrund. Hier finden Sie den vollständigen Beitrag (LINK). Die Fachtagung Educa26 thematisiert am 26. August 2026 in Bern dieses und weitere Themen rund um um das Spannungsfeld «Schule mit EdTech entwickeln». Weitere Informationen und Anmeldung hier Educa26 | Schule mit EdTech entwickeln: Was bedeutet das?
Künstliche Intelligenz und Algorithmen erleichtern unseren Alltag. Sie helfen zum Beispiel bei der Navigation, beim Schreiben, bei der Suche oder beim Shoppen. Aber sie machen uns auch oft unheimlich, weil wir nicht verstehen, was da passiert. Katharina Zweig ist Expertin für Sozioinformatik und Informatikprofessorin. Sie erklärt mit Witz und anhand einfacher Beispiele und Bilder, was Algorithmen sind und wie sie funktionieren. Sie zeigt, welche harmlos sind und welche uns tatsächlich Sorgen bereiten sollten.
Quelle: Zweig, Katharina. Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl. München, Heyne Verlag, 2019. ISBN: 978-3-453-20730-1